spiritgap.de | Warum wir uns den schlimmsten Druck selbst antun – und 3 Gegenmaßnahmen
For the Win.
26. Juni 2017

Warum wir uns den schlimmsten Druck selbst antun – und 3 Gegenmaßnahmen

 

Da ist er wieder – einer der Momente, da ich am liebsten platzen würde. Alles geht schief, was schief gehen kann. Der Tag gerät zum (scheinbaren) Krisenmanagement-Marathon. All das sauber kommentiert von der kleinen Stimme im Kopf: „Das ist alles Deine Schuld!“

Meine Unfähigkeit, meine Defizite. Mein mieses Karma. (Da gibt’s sogar ein ganzes Buch drüber: Mieses Karma*)

Vielleicht kennst Du das auch? Es so satt zu haben, sich durch die ganzen fiesen Kleinigkeiten zu kämpfen, die einem das Leben so grantig machen. Uhr kaputt, Telefonanschluss immer noch nicht da, Wetter ist auch kacke… und dahinter flüstert etwas: „Du hast die Uhr irgendwo dagegengehauen, pass gefälligst besser auf!“ „Wenn du nicht insolvent wärst, würde es auch mit dem Anschluss problemlos klappen!“ „Du hast deine Suppe nicht aufgegessen…“ Bla bla blaa…

 

Die Wahrheit…

 

…ist so schlicht, wie sie manchmal schwer zu begreifen fällt: Das Anstrengende an all diesen Dingen sind nicht die Probleme, sondern der spitze Finger, mit dem wir immer wieder auf uns selbst zeigen. Aber warum quälen und piesacken wir uns (und manchmal auch einander) so brutal?

Was lässt uns glauben, wir müssten alles und jeden dermaßen gut kontrollieren, dass nichts mehr schief geht? – Von Kindheitsbeinen an wird uns suggeriert, das Leben sei etwas, das man im Griff haben muss. Und zwar möglichst umfassend. Wer mit 30 noch keine Familie hat, keinen unbefristeten Vertrag bei Für-Immer & Co. KG und keinen Hausbau in Planung, hat etwas falsch gemacht.

 

Nein.

Hast Du nicht. Das Leben lebt uns, so wie es will und manchmal eben nicht wie wir meinen, es wäre gut. Was bleibt, ist der innere Kritiker. Der Besserwisser, der meint über richtig und falsch urteilen zu dürfen nach Maßstäben bei denen wir kein einziges Mini-Wörtchen mitzureden hatten.

 

Was also tun?

 

  1. Erkenne, dass es sich bei dieser Art der destruktiven Selbstkritik um Selbstverletzung handelt. Es ist ein Angriff. Du strafst Dich selbst ab, ob Du nun den Kopf gegen die Wand knallst oder Dich mit kränkenden und gemeinen Worten traktierst, spielt keine Rolle. Du tust Dir selbst weh. Warum?
  2. Nichts muss perfekt sein.
    Das Leben besteht aus Fehlern. Die Welt ist komplett unperfekt. Und Du auch. Welch Wunder! Wenn wir schon beim Thema Demut sind: wie willst du kleines Licht eigentlich irgendwas falsch machen? Jemals? Überhaupt?
  3. Du hast IMMER viel mehr Handlungsoptionen als Du glaubst.
    Frag Dich: Was ist jetzt gerade die freundlichste Entscheidung, die ich für mich treffen kann? Was nimmt Spannung raus – was entfernt emotionale Ladung – was bedeutet weniger Stress? Und dann nimm das und mach das einfach. Oder mach einfach mal 15 Minuten lang nichts. Tut auch gut.

 

 

Als Bonus empfehle ich auch noch dringend, Deinem inneren Richter ganz schnell eine Kündigung zu schreiben und ihn auf die Malediven zu verfrachten, wo er – seines Zweckes beraubt – bei Cocktails am Swimmingpool sein Dasein fristen darf.

Ein sehr guter Ratgeber dazu, ist: Befreiung vom inneren Richter: Die Intelligenz der Seele erkennen*.

Ich wünsche Dir ein lockeres, ein entspanntes, ein freundliches Leben.

 

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